Der Park

Der Park

Der Park der Villa ist etwa 5 Hektar groß und wird von einer breiten Steinmauer umfaßt.
Der Haupteingang der Villa an der Südseite mit seinen vier großen Säulen aus grauem Stein, und reich mit weißem Carrara Marmor dekoriert, zeugt von dem Glanz des Hauses Buonvisi.

Das Haupttor öffnet sich auf eine lange Zypressenallee, die zur Südfassade der Villa führt. Eine der Besonderheiten dieses Gartens ist die Hainbuchenpergola, die parallel zur Nord-Südachse der Zypressenallee verläuft.

Diese mit Hainbuchen statt in der Gegend typischen Weinreben oder Jasminstauden bepflanzte Pergola ist einzigartig in ihrer Art.
Der Hang an der Südseite der Villa wurde terrassiert und in Steinmauern eingefaßt. Gegenüber der Villa, auf der rechten Seite der Allee, befindet sich eine ‘Stanza di Verzura’ aus Eiben (Taxus baccata L.) und Lorbeer (Laurus nobilis L.); Im schattigen Zentrum der ‘Stanza’ lädt ein grauer Steintisch mit zwei Steinbänken zum Verweilen ein. Wenn man sich der Villa weiter nähert, stößt man auf einen Wasserfall, der vom oberen Parkbereich aus in ein großes Becken mit Terrakottafiguren fließt.

Die linke Seite der Allee, ein ebenes Grundstück, ist heutzutage mit Eukalyptus bepflanzt (Eucalyptus globulus Labill.). Dieses Gebiet war einst bis zur Westseite der Villa mit Obstbäumen und Weinstöcken bepflanzt.

Gleichfalls sehenswert ist das sogenannte “Belvedere” im oberen Teil des Parks, von hier aus fällt der Blick auf den unteren Gartenabschnitt und der Ausblick öffnet sich auf die Hügel um Lucca.

Verschiedene Statuen, wie die Figur der Diana, kennzeichnen den Ort, an dem einst mit Netzen der Vogeljagd nachgegangen wurde.

Wenn man am Rande des oberen Gartens nach unten und zum Westteil der Villa schaut, sieht man eine der wohl originellsten Statuen des Parks, eine Terrakottafigur, die einen alten Mann darstellt, der Streichhölzer anbietet.

Die Schönheit dieses Parks wird durch seine wasserreichen Springbrunnenanlagen noch unterstrichen. Das bemerkenswerteste Becken ist die sogenannte “Fontana della Sirena”, mit dem aufgesetzten Wappen der Familie Buonvisi, am Nordende des Parks.
Ebenso kann man hier eine, für die Gärten der italienischen Renaissance so typische, künstliche Höhle finden. In der Mitte der Höhle befindet sich ein Felsen mit einem “Putto”, der von Pferden und kleinfluegeligen “Putti” mit Fischschwänzen gekrönt wird.

Neben dem ästhetischen Aspekt hat dieser Springbrunnen auch eine zentrale Funktion in der Wasserverteilung und Bewässerung des Parks. Dieses Detail wird besonders deutlich, wenn man durch die Öffnung hinter der Fontäne schaut, die den Blick auf die bewässerten Grundstücke des Parks freigibt.

Im östlichen Teil des Parks befindet sich ein Springbrunnen aus der Barockzeit, die sogenannte “Fontana dell’ Abbondanza”, die auch das Wappen der Buonvisi trägt.
Die Statue in der Mitte des Springbrunnens hebt sich aus einer Nische hervor, die aus weißen Marmorplatten und dem gleichen grauen Stein besteht der schon für die Säulen des schon im 16. Jahrhundert errichteten Haupteingangs verwendet wurde.

Der Grundriss des Parks hat bis sich heute weitgehend erhalten. Die meisten Pflanzen und Bäume, die hier vor Jahrhunderten angepflanzt wurden bestehen noch heute, wie z.b. Linde (Tilia platyphyllos Scop.), Ahorn (Acer campestre L.), Roteiche (Quercus robur L.) Stechpalme (Ilex aquifolium L.) Hainbuche (Carpinus betulus L.), die schon in der ersten uns bekannten Beschreibung der Villa aus dem Jahre 1593 genannt werden. Weiters finden wir die typischen italienischen Gartenpflanzen wie Buchsbaum, (Buxus sempervirens L.), Eibe (Taxus baccata L.) und Steineiche (Quercus ilex L.).

Im östlichen Teil des Gartens können sie verschiedene seltene Pflanzen aus aller Welt bewundern, wie die Duftblüte (Osmanthus fragrans Lour.) und deren wohl seltenste Abart, die Osmanthus armatus Diel, die Montereyzypresse (Cupressus macrocarpa Hartweg), die Feljoa sellowiana O.Berg., der Fächerblattbaum (Ginkgo Biloba L.), aus China; eine Pflanzenart, die sich seit dem Mesozoikum in ihrer Spezies nicht verändert hat.

Unter den wohl bemerkenswertesten Pflanzen kommt hier der auch der Judasbaum vor, (Cercis siliquastrum L.) dieser Name leitet sich aus dem Evangelium ab, in dem es heißt, dass Judas sich nach dem Verrat an Jesus an einem solchen Baum erhängte. Zuletzt sei noch die Poncirus trifoliata (L.) erwähnt, die einzige Zitrusbaum, der seine Blätter verliert. All diese verschiedenen Arten und viele andere, wachsen in harmonischer Einheit in diesem eindrucksvollen Park.